TextGrid Newsletter 08 [Juni 2010]
Begrüßung
Wir freuen uns, Ihnen heute den achten TextGrid-Newsletter präsentieren zu können. In diesem Newsletter möchten wir Sie über die neuesten Entwicklungen rund um TextGrid informieren.
Wie gewohnt erhalten Sie alle News auch über die Homepage des Projektes unter www.textgrid.de.
Inhaltsverzeichnis
- TextGridLab Beta Rev 6135 veröffentlicht
- Neuerungen im TextGridLab
- Tutorials veröffentlicht
- TextGrid-Workshops
- Kooperationen
- Veranstaltungsberichte
- Aktuelle Veröffentlichungen
TextGridLab Beta Rev 6135 veröffentlicht
Die neue Beta-Version vom 6. Mai ermöglicht die Zusammenstellung von TextGrid-Objekten zu Aggregationen. Der Text-Bild-Link-Editor speichert Verknüpfungen jetzt konform zum TEI-Standard. Weiterhin wurde die Funktionalität der Middleware verbessert. Darüber hinaus sind zahlreiche Fehler ausgebessert und kleinere Verbesserungen eingebaut worden (vgl. Changelog).
- Aktuelle Version: Download Revision 6135 (2010-05-06)
- Neuerungen: Changelog
Das TextGridLab wird kontinuierlich weiterentwickelt und regelmäßig mit neuen Funktionalitäten zum öffentlichen Testen bereitgestellt.
Bitte testen Sie die Beta-Version ausgiebig und melden Sie uns Fehler bzw. schlagen Sie Verbesserungen vor. Wenn Sie Hilfe bei der Verwendung des TextGridLab benötigen, dann schreiben Sie bitte an support@textgrid.de.
Neuerungen im TextGridLab
- Zusammenstellung von TextGrid-Objekten zu Aggregationen
Für ein bestimmtes Thema oder Forschungsinteresse relevante Objekte können von nun an in Aggregationen zusammengestellt werden. Statt wie bisher einzelne, über mehrere Projekte verteilt liegenden Objekte jedesmal bei Bedarf neu suchen zu müssen, können Lab-Benutzer künftig die Objekte mithilfe des einfach über Drag&Drop zu bedienenden Aggregation Composers auswählen und bündeln. Im Navigator erscheinen die so zusammengestellten Objekte als eine Aggreagtion, die bei Bedarf bearbeitet, erweitert und auch wieder aufgelöst werden kann - ohne die darin liegenden Objekte zu löschen.
- grafischer Link-Editor
Der grafische Link-Editor speichert Verknüpfungen jetzt konform zum TEI-Standard. Die zu verlinkenden Bildbereiche können auch inzwischen mittels Polygonen frei gewählt werden. Neu seit der Beta-Version vom 11. Februar 2010 sind weiterhin einige Elemente, die dem Bedienkomfort des Werkzeugs dienen, wie eine Lupe, ein Navigationsfenster und die Möglichkeit Hilfslinien zu ziehen.
- Unicode-Zeichentabelle
Mit der Beta-Version vom 11. Februar 2010 ist das TextGridLab komplett unicode-fähig geworden. In den XML-Editor wurde eine Unicode-Zeichentabelle integriert, über die nicht nur Schriftzeichen und mathematische Symbole, sondern auch Noten im Lab gesetzt werden können.
- XML-Editor
Auch hier wurde die Benutzerfreundlichkeit verbessert. Hinzugekommen ist eine konfigurierbare Werkzeugleiste, mit der beispielsweise bei der Auszeichnung häufig verwendete Elemente direkt eingefügt werden können. Ein neuer Viewer unterstützt den Benutzer zudem bei der Validierung eines Dokuments.
Tutorials veröffentlicht
Eine erste Reihe von Tutorials soll Ihnen den Einstieg in das TextGridLab erleichtern. Auf der neuen Webseite finden Sie einfache Anleitungen für die Arbeit mit dem TextGridLab:
Erste Schritte:
| Download und Installation | Text | Video | |
| Login | Text | Video |
Tools und Services:
| | Navigator | Text | Video |
| | Benutzerverwaltung | Text | Video |
Hilfreiche Features:
| Importieren von Dateien | Text | Video |
Weitergehende Referenzen finden Sie auch im User’s Manual TextGrid-Tools (Stand: 25.10.2009, englisch, PDF). Bitte beachten Sie, dass sich das TextGridLab im Betastadium befindet, das heißt die Software befindet sich im Entwicklungsstadium und verfügt noch über einen eingeschränkten Funktionsumfang. Weitere Tutorials werden demnächst veröffentlicht.
TextGrid-Workshops
- Bericht TUSTEP Entwickler-Workshop
Um die Zusammenarbeit mit der TUSTEP-Community zu vertiefen, fand am 18. und 19. Januar 2010 der erste Entwickler-Workshop an der Universität Trier für erfahrene TUSTEP-Anwender statt. In diesem Rahmen wurde die Integration eigener Makros in die TextGrid-Umgebung zunächst theoretisch erklärt und dann praktisch umgesetzt. Am zweiten Tag stellte Tobias Ott sein Konzept einer XML-basierten TUSTEP-Syntax vor, welche die als nicht mehr zeitgemäß empfundene Nutzerschnittstelle von TUSTEP ablösen könnte. Der Workshop war geprägt von dieser zukunftsorientierten Idee und einer positiven Atmosphäre. - Bericht von den Anwender-Workshops in Frankfurt und München
Die ersten beiden Schulungen für Fachwissenschaftler wurden am 17. Februar 2010 im Rahmen der Tagung der "Arbeitsgemeinschaft für germanistische Edition" in Frankfurt am Main sowie am 17. März 2010 – organisiert vom Münchener Zentrum für Editionswissenschaft (MüZE) - an der LMU München veranstaltet. Die vorwiegend interaktiv gestalteten Schulungen sollten Wissenschaftlern aus Bereichen wie der Editionsphilologie und dem Bibliothekswesen neben dem Konzept von TextGrid die Grundlagen des TextGridLabs näher bringen und ihnen die Möglichkeit geben, zum erklärten Stoff und darüber hinaus Fragen zu stellen. Erfreulich war hierbei die trotz des Betastadiums der Software mehrheitlich positive Resonanz und insbesondere der Kontakt zu Wissenschaftlern, die an einer weiteren Zusammenarbeit interessiert sind. - Bericht vom Content-Provider-Workshop in Göttingen
Über die Möglichkeiten Inhalte in TextGrid bereitzustellen und zu archivieren informierten sich Vertreter von Forschungsverbünden und Bibliotheken beim ersten TextGrid-Content-Provider-Workshop in Göttingen am 22. April 2010.In einem ersten Themenblock zeigte TextGrid, wie Daten ins TextGridRep eingespeist und dort verfügbar gehalten werden. Hierbei wurden verschiedene Modelle der Langzeitarchivierung vorgestellt, sowie das neue Metadatenschema von TextGrid erstmals in einer Expertenrunde diskutiert. Dass Metadaten nicht nur eine gezielte Recherche über den gesamten Datenbestand gewährleisten sondern zusätzlich neuartige Darstellungsmöglichkeiten erlauben, führte Ralf Stockmann vom Göttinger Digitalisierungszentrum anhand eines prototypisch entwickelten Visualisierungstools vor.
Im zweiten Teil der Veranstaltung formulierten die Teilnehmer ihre Erwartungen an TextGrid in einer Reihe von Kurzpräsentationen. Während Jutta Weber von der Berliner Staatsbibliothek und Thomas Stäcker von der Herzog August Bibliothek in Wolfenbüttel ihren Schwerpunkt auf den Austausch und das Sichtbarermachen von Datenbeständen legten, stellten Daniel Graepler vom Projekt Archaeo 18 sowie Martina Kerzel und Annina Böhme vom Projekt Blumenbach-Online konkrete Anforderungen bezüglich Tools, Visualisierungsmöglichkeiten und Unterstützung von projektspezifischen Metadaten.
Das allgemein bekundete Interesse an einer Wiederholungsveranstaltung mit noch größerem Fokus auf den Forschungsverbünden wird TextGrid mit dem zweiten Content-Provider-Workshop am 22. Juni 2010 beantworten, bei dem die spezifischen Bedürfnisse der Projekte Archaeo 18 und Blumenbach-Online im Mittelpunkt stehen werden.
Kooperationen
Coalition of Humanities and Arts Infrastructures and Networks - CHAIN
TextGrid beteiligt sich an der Coalition of Humanities and Arts Infrastructures and Networks (CHAIN). Das neue internationale Forum wird den Austausch zwischen Netzwerken, Infrastrukturprojekten und Initiativen im Bereich Digital Humanities fördern.
TextGrid und TEXTvre
Das englische Schwesterprojekt von TextGrid TEXTvre hat zum 1. April 2009 seine Arbeit aufgenommen. Die Projektleitung liegt beim Kings' College London (Centre for e-Research, Centre for Computing in the Humanities), weitere Projektpartner sind die Universität Sheffield und die SUB Göttingen. Ziel des Projektes ist es, Fachwissenschaftler in den Geisteswissenschaften mit Hilfe moderner Computertechnologie bei den einzelnene Schritten ihrer Forschung, wie der Analyse und Verarbeitung von Forschungsdaten zu unterstützen. Hierfür plant TEXTvre die Konzepte von TextGrid auf die Bedürfnisse der beim Kings' College betreuten Benutzercommunities anzupassen und die TextGrid-Architektur in die dortige technische Infrastruktur einzubinden. Weiterhin ist die Einbindung der GATE Teamware (Uni Sheffield) zur automatisierten Textanalyse (lingustische Analyse, Text Mining, etc.) geplant. Dabei findet ein ständiger Austausch zwischen beiden Projekten statt.
Die Deutsche Forschungsgemeinschaft bewilligt ein gemeinsames Projekt der FH Worms und der Universität Trier zur Erstellung eines Print-Moduls für wissenschaftliche Texte mit Schnittstelle zu TextGrid
Das von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderte Print-Projekt entwickelt ein Satzprogramm für Texte mit komplexen Layoutanforderungen auf Basis von XML-Daten, das den Ansprüchen an den Satz wissenschaftlicher Texte (z. B. kritischer Editionen) genügt. Der Anwender soll im geplanten Programm direkt mit seinen semantisch annotierten Daten arbeiten, ohne dabei explizite Layoutanweisungen verwenden zu müssen.
Das Programm wird den Anwender bei der Erstellung von Formatvorlagen zur regelgeleiteten Formatierung seiner Daten unterstützen und die Ausgabe nach PDF (inklusive dem für die Archivierung wichtigen PDF-A) ermöglichen. Eine moderne, in TextGrid integrierte grafische WYSIWYG-Benutzerschnittstelle wird dem Anwender bei der Erstellung von Regeln für die Gestaltung des Textes helfen
Veranstaltungsberichte
TextGrid - ein idealer Ort für „Personendateien“. Zum Leipziger Workshop vom 21.-23. September 2009
Einen gemeinsamen dreitägigen Workshop zum Thema „Personendateien“ veranstaltete die Arbeitsgruppe Elektronisches Publizieren der Union der deutschen Akademien der Wissenschaften in Zusammenarbeit mit der Sächsischen Akademie der Wissenschaften und der Deutschen Nationalbibliothek vom 21. bis 23. September 2009 in der Sächsischen Akademie der Wissenschaften zu Leipzig. Angeregt hatte diese Veranstaltung dankenswerterweise Kurt Gärtner, der sich seit längerer Zeit um eine Koordination der Bemühungen zur Erfassung und Dokumentation von personenbezogenen Informationen in den diversen Projekten bemüht. Die Breite der Ansätze spiegelte sich in der Vielzahl von Berichten aus unterschiedlichsten historischen Bereichen von der Spätantike bis ins 20. Jahrhundert und der einbezogenen Projekte aus den Fächern Philosophie, Geschichte, Theologie, Literatur- und Musikwissenschaft, die hier erstmals gemeinsam über Möglichkeiten zur längst überfälligen Vernetzung ihrer personenbezogenen Arbeiten nachdachten. Hätte es eines Beweises bedurft, dass dezentral erarbeitete Daten durch eine sinnvolle Zusammenführung allen Fächern nützen und zugleich wertvolle Ressourcen sparen – diese Veranstaltung wäre ein eindrucksvoller Beleg, zumal die Vertreter der Deutschen Nationalbibliothek, aber auch von Wikipedia die Mächtigkeit entsprechender Werkzeuge demonstrierten. Notwendig ist allerdings ein Gesinnungswandel in den Köpfen vieler Wissenschaftler, die noch allzuhäufig ängstliche Abgrenzungspolitik betreiben oder es nicht wagen, „vorläufige“ Informationen öffentlich zugänglich zu machen.
Für TextGrid berichteten während des Workshops Daniel Röwenstrunk und Joachim Veit (Detmold/Paderborn) über die Möglichkeiten, die das Grid für eine gemeinsame, vernetzte Arbeit an Personendaten bieten würde. Da bisher keine personenbezogenen Projekte in TextGrid vertreten sind, verstanden beide ihren Beitrag als nachdrücklichen Hinweis auf ein Serviceangebot, das über standardisierte Schnittstellen einen Zugriff auf gemeinsam zu nutzende Personendaten aus verschiedensten Anwendungen oder Anwendungsszenarien heraus erlauben würde sowie diese mit anderen Informationen verknüpfen und durch ein flexibel zu handhabendes Rechtemanagement im TextGrid-Lab eine feingranulare Anreicherung dieser Daten durch die an der Kooperation beteiligten Wissenschaften ermöglichen könnte.
Die Notwendigkeit einer engeren Zusammenarbeit war nach dieser Veranstaltung allen Beteiligten einsichtig. Inzwischen wurde zur weiteren gemeinsamen Diskussion der in Leipzig aufgeworfenen Fragen eine Mailingliste vom Zentrum für Datenverarbeitung der Universität Mainz eingerichtet.
- Zweiter DFG/NEH-Workshop zur Musikcodierung in Detmold durchgeführt

Vom 15. bis 17. März 2010 fand im Rahmen des DFG/NEH-Bilateral-Workshop-Programms das zweite Treffen zum Thema „Digital Music Notation Data Model and Prototype Delivery System“ statt. Wie schon bei dem ersten Workshop im vergangenen Juni in Charlottesville waren auch diesmal die beiden Veranstalter – die University of Virginia und das als Partner im TextGrid-Projekt aktive Musikwissenschaftliche Seminar Detmold/Paderborn – für das dreitägige Programm, an das sich noch interne Sitzungen der technischen Arbeitsgruppe anschlossen, verantwortlich. Die insgesamt 22 Teilnehmer aus den USA, Großbritannien, Dänemark, der Schweiz und Deutschland tagten im Erich-Thienhaus-Instituts der Hochschule für Musik Detmold.
Zu den zentralen Themen gehörte das Festlegen von Leitlinien für das weitere Vorgehen und eine Bestandsaufnahme der Tätigkeiten seit vergangenem Sommer. Von der Vielfältigkeit und dem Erfolg der bisherigen Aktivitäten zeigten sich die Teilnehmer freudig überrascht. Als wohl wichtigstes Ergebnis konnte festgehalten werden, dass in wenigen Wochen eine stabile Version 1.0 des Schemas der Music Encoding Initative (MEI) veröffentlicht werden kann. Besprochen wurde auch, welche Im- und Exportformate in den kommenden Jahren unterstützt werden sollen und mit welchen Maßnahmen die Verbreitung dieser für wissenschaftliche Zwecke gedachten Musikcodierung am sinnvollsten vorangetrieben werden kann. Erstaunliche Erkenntnisse brachte der zweite Tag des Workshops, der mit einer Vorstellung von Projekten begann, bei denen die MEI-Codierung bereits verwendet wird – die dabei deutlich werdende Vielfalt hatten viele Teilnehmer nicht erwartet. Christine Siegert (OPERA-Projekt Bayreuth), Raffaele Viglianti (King's College London), Stefan Morent (DiMusEd-Projekt Tübingen), Laurent Pugin (Aruspix, Genf), Craig Sapp (CCARH Stanford), Axel-Teich-Gaertinger (Nielson-Katalog Kopenhagen) und Johannes Kepper (Edirom Detmold) stellten unterschiedlichste Verwendungsmöglichkeiten der Codierung vor. In diesem Rahmen präsentierte auch der Detmold/Paderborner TextGrid-Mitarbeiter Julian Dabbert seine Arbeit an einer graphischen Benutzeroberfläche für MEI. Dabberts vorläufige Darstellung der von Christine Siegert erzeugten Daten zu einer von Joseph Haydn mehrfach überarbeiten Arie löste eine lebhafte Diskussion aus, da es ihm bereits in kürzester Zeit gelungen war, aus der MEI-Codierung eine zwar noch rudimentäre, aber doch die Probleme des Quellen bereits anschaulich verdeutlichende Umsetzung der Varianten zu erreichen. Die Teilnehmer sahen hier ein erhebliches Entwicklungspotential, das dem Einsatz und der Verbreitung von MEI zugute kommen dürfe. Zugleich merkte Julian Dabbert an, dass für die Weiterentwicklung seines graphischen Editors die von Perry Roland angekündigte rasche Veröffentlichung der stabilen Version des MEI-Schemas hilfreich sei.
Nach den von Erin Mayhood (Charlottesville) und Daniel Röwenstrunk (Detmold/Paderborn) geleiteten ausführlichen Debatten über die Organisationsstruktur und den Web-Auftritt der MEI hielt Daniel Pitti (Charlottesville) am letzten Tag die wichtigsten Aufgaben für die kommenden Monate fest: Über die an der Universität Paderborn gehostete Website der Initative soll zum 15. Mai Version 1.0 des MEI-Schemas veröffentlicht werden, eine ausführliche Tag Library und eine List of Notational Features sowie eine Reihe von Beispielcodierungen sollen das Erlernen und Etablieren dieser neuen Codierungsform für wissenschaftliche Zwecke erleichtern. Eine dreijährige Fortführung des DFG/NEH-Projekts in Form eines „Enriching Digital Collections Proposal“ wurde bereits beantragt.
Bericht zum Treffen „Digital Manuscripts Technical Meeting“
Auf dem schönen Campus der Stanford University lud die Bibliothek SULAIR (Stanford University Libraries and Academic Information Resources) vom 14. bis 15. Mai 2010 zu einem ersten internationalen Treffen zum Thema Tools und Repository-Infrastrukturen für digitalisierte Manuskripte ein. Neben Vertretern von SULAIR waren Experten von drei weiteren US-amerikanischen Universitäten (Center for Digital Theology, Saint Louis University, Johns Hopkins University und University of California, LA) eingeladen, Rob Sanderson vom Los Alamos National Laboratory sowie je ein Vertreter vom kanadischen Tapor-Projekt, von der Bibliothèque nationale de France, von der University of Oxford und von e-Codices, der virtuellen Manuskriptbibliothek der Schweiz. TextGrid wurde durch Peter Gietz von DAASI International vertreten.
Zwei Tage lang wurde intensiv über Möglichkeiten der Interoperabilität zwischen verschiedenen Infrastrukturen und Werkzeugen zur Speicherung, Darstellung und Verarbeiten von digitalisierten Manuskripten diskutiert. Obwohl der Fokus primär auf europäischen mittelalterlichen Manuskripten lag, wurde konstatiert, dass hinsichtlich der grundsätzlichen Technik auch andere Manuskripte und Faksimiles ähnliche Anforderungen stellen.
Einhellig wurde die Initiative „Open Annotation Collaboration“ (OAC) als sehr nützlich angesehen, insbesondere in Hinblick auf Interoperabilität. Hierbei handelt es sich um ein relativ einfach gehaltenes RDF-Schema, um Annotationen über Objekte abzubilden. Diese RDF-Daten können über beliebige Transportprotokolle gesendet werden, sodass sie sich auch einfach in Web 2.0-Technologien, wie z.B. Twitter, integrieren lassen.
Auch wenn TextGrid zumeist schwergewichtigere Technologien verwendet, bestand durchaus Interesse an den Ergebnissen des Projekts, speziell an der Repository- und Authentifizierungsinfrastruktur. Die Saint Louis University verwendet das TextGridLab in ihrem Electronic Norman Anonymous Project (ENAP). TextGrid könnte sehr wohl als Plattform für digitalisierte Manuskripte dienen, insbesondere wenn die Web Services weiter in Richtung RST ausgebaut werden und der in der Entwicklung befindliche OAC-Standard integriert wird.
Aktuelle Veröffentlichungen
TextGrid Dokumente:
Veröffentlichungen von und über TextGrid (in Auswahl):
- Thomas Rings, Andreas Aschenbrenner, Jens Grabowski, Tibor Kalman, Gerhard Lauer, Jörg Meyer, Arnulf Quadt, Ulrich Sax, Fred Viezens: An Interdisciplinary Practical Course on the Application of Grid Computing. In: Proceedings of the 1st Annual IEEE Engineering Education Conference – The Future of Global Learning in Engineering Education (EDUCON 2010), Madrid, 2010.
- Marc Wilhelm Küster, Christoph Ludwig, Yahya Al-Hajj, Andreas Aschenbrenner: TextGrid: eScholarship und der Fortschritt der Wissenschaft durch vernetzte Angebote. In: Jörg Sieglerschmidt – H. Peter Ohly (Hrsg.): Wissensspeicher in digitalen Räumen. Würzburg: Ergon Verlag, 2010. S. 193-205. (Fortschritte in der Wissensorganisation, Band 11).
- GridTalk (Hrsg.): Digitising culture: Grids and eHumanities. In: Grid Briefings – Grid Computing in five minutes, Heft 10, Dezember 2009. S. 2.
- Lukas Gießmann, Marc Wilhelm Küster, Christoph Ludwig: Isidorus-UI: Generating a User Interface with Topic Maps Constraint Language and JavaScript Object Notation. Paper for the TMRA 2009.
- Christian Schneiker, Dietmar Seipel: Declaratively Creating and Processing XML/TEI Data. Paper for the TEI Conference 2009: Text encoding in the era of mass digitization, Nov. 9-15, 2009.
- Martina Kerzel, Jens Mittelbach, Thorsten Vitt: TextGrid - Virtuelle Arbeitsumgebung für die Geisteswissenschaften. In: Künstliche Intelligenz, Themenheft "Kulturerbe und Künstliche Intelligenz", Heft 4, November 2009. S. 36-39.
- Andreas Aschenbrenner, Marc Wilhelm Küster, Christoph Ludwig, Thorsten Vitt: Open eHumanities Digital Ecosystems and the Role of Resource Registries. In: Proceedings of the 3rd IEEE International Conference on Digital Ecosystems and Technologies, Istanbul, 2009. S. 745-750.
- Christian Schneiker, Dietmar Seipel, Werner Wegstein: Schema and Variation: Retro-Digitizing Printed Dictionaries. In: Proceedings of the Third Linguistic Annotation Workshop, ACL-IJCNLP 2009. S. 82-89.
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