DE EN 
 TextGrid  >  Newsletter

TextGrid Newsletter 01   [1. Juni 2006]

In eigener Sache

Wir freuen uns, Ihnen heute den ersten TextGrid-Newsletter übersenden zu können, mit dem wir Sie künftig regelmäßig über das Projekt TextGrid und damit zusammenhängende aktuelle Entwicklungen und Aktivitäten informieren wollen.

Darüber hinaus können Sie sich auch über unsere Homepage - www.textgrid.de - fortlaufend und detailliert über das Projekt informieren.

Was ist TextGrid?

Das Projekt TextGrid errichtet eine Grid-fähige Workbench für die gemeinschaftliche philologische Bearbeitung, Analyse, Annotation, Edition und Publikation von Texten.

TextGrid ist Teil der bundesweiten Initiative D-Grid (www.d-grid.de), deren Ziel es ist, eine nachhaltige Grid-Infrastruktur in Deutschland aufzubauen. Mit Hilfe dieser Infrastruktur werden in den Wissenschaften Methoden der  e-Science etabliert, einer neuen Form vernetzten wissenschaftlichen Arbeitens, die neueste Informationstechniken, Netz-  und Wissenstechnologien nutzt, um komplexe Forschungsprozesse und den damit verbunden Informationsfluss zu verbessern und zu intensivieren. Um dies zu erreichen, werden hochleistungsfähige, verteilte Rechner- und Datenressourcen und darauf aufbauende Dienste zu einem integrierten Forschungsnetz zusammengeschlossen: Dem Grid.

Wissenschaftliche Primärtexte stellen das Ergebnis eines komplexen, erkenntnisgeleiteten Prozesses dar, der trotz aller erkennbaren Bemühungen der Textwissenschaften um stärker kooperativ organisierte Arbeitsverfahren derzeit vorwiegend in lokalen Installationen mit jeweils projektbezogenen Applikationen abläuft. Dies führt in der Regel dazu, dass neu erstellte digitale Texte nicht in vorhandene Datensammlungen integriert und nicht mit Erschließungsmaterialien wie etwa Wörterbüchern, Lexika, Nachschlagewerken und Indizierungsinstrumenten verknüpft werden. Damit geht ein großer Teil des möglichen Mehrfachnutzens moderner EDV-unterstützter Erstellungsverfahren verloren.

Es gibt daher ein großes Entwicklungspotenzial für die Schaffung integrierter Instrumente, die sowohl die spezifischen Anforderungen der Textwissenschaften in den Bereichen der philologischen Bearbeitung, Analyse, Annotation, Edition und Publikation erfüllen als auch den Transfer von e-Science-Methoden netzbasierten Arbeitens in die Geisteswissenschaften ermöglichen. Die von TextGrid konzipierte Workbench wird beiden Anforderungen gerecht werden.

Eine Grid-gestützte Architektur liegt aus mehreren Gründen auf der Hand: So existieren zwar zum einen schon heute als Ergebnis zahlreicher Digitalisierungs- und Editionsvorhaben zusammen gesehen gewaltige Textdatenmengen im Terabyte-Bereich, die aber national wie international in disparaten lokalen Strukturen und inkompatiblen Formaten vorgehalten werden. Zum anderen  kann mit der Grid-Architektur die heterogene und nicht integrierte Verteilung der Ressourcen, die internationale Zersplitterung von Forschungs- und Arbeitsgruppen sowie die nur lokale Bereitstellung potentiell integrationsfähiger Software-Module überwunden werden. Auf diesem Weg entsteht eine Plattform, auf der zeit- und ortsunabhängig die weltweit gestreuten wissenschaftlichen Kompetenzen zur Bearbeitung von Texten gebündelt und mit einem Paket modularer Softwaretools ausgestattet werden, wobei bereits vorhandene partielle Lösungen adaptiert und integriert werden.

Partner in TextGrid

Die am TextGrid-Projekt beteiligten Institutionen  sind:
Fachwissenschaftliche Partner:

Kleine und mittlere Unternehmen:

Partnerprojekte im D-Grid

Grid-Technologie wurde in Deutschland bisher nur innerhalb weniger Fachdisziplinen wie Teilchenphysik, Astronomie oder Meteorologie genutzt.

Zum Aufbau von D-Grid fördert das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) seit Ende 2005/Anfang 2006 ein Infrastrukturprojekt (Integrationsplattform, Middleware) und bisher sechs Community-Grids für die Laufzeit von mehreren Jahren. Die Community-Grids entwickeln fachspezifische Anwendungen und Komponenten für unterschiedliche Wissenschaftsdisziplinen.

Die Projekte im Einzelnen:

Weitere Informationen finden Sie unter www.d-grid.de.

Teilprojekte von TextGrid

TextGrid gliedert sich in folgende Teilprojekte (Arbeitspakete AP).
Gestützt auf Reports über die Nachnutzbarkeit vorhandener Software und Tools (AP1) werden einzelne Module für die Grid-Anwendung adaptiert oder neu entwickelt (AP2) und in die Integrationsplattform bzw. Middleware-Umgebung integriert (AP3). Ihre konkrete Leistungsfähigkeit wird durch den Einsatz in Musterapplikationen demonstriert (AP4). Schwerpunkt des AP5 ist der Beitrag des TextGrid für die Bildung eines Semantic Grid. Projektmanagement und Öffentlichkeitsarbeit sind Aufgabe des AP6.

AP1 - Inhaltliche Studie mit Empfehlungen über die Nachnutzbarkeit internationaler Editionstools

Das Teilprojekt wird die einschlägige Literatur auf Anwendungsfälle hin sichten, aus denen sich Anforderungen an die geplante Workbench ableiten lassen. Ferner werden relevante Werkzeuge aus den Anwendungsbereichen Publishing, Text Processing, Text Retrieval und Linking sowie Workflow-Management evaluiert und auf ihre Nutzbarkeit für TextGrid hin überprüft.

AP-Leitung: Fachhochschule Worms

AP2 - Entwicklung Community-spezifischer Werkzeuge (Annotations- und Analyse-Tools)

Das Teilprojekt entwickelt eine Grid-fähige Workbench für die Erstellung, Bearbeitung, Annotation und Analyse von XML-kodierten Textdaten. Die Workbench wird aus einem erweiterbaren Satz von Modulen aufgebaut. Hiermit entsteht den Textwissenschaften ein umfangreiches Instrumentarium zur Digitalisierung, Verarbeitung, Publikation und nachhaltigen Bereitstellung wissenschaftlicher Quellentexte. Sie schließt alle Textwissenschaften zu einer Community zusammen, die ihre Ressourcen gemeinsam erstellt und einander zugänglich macht.

AP-Leitung: TU Darmstadt (Saphor)

AP3 - Anbindung der Community-Tools und Vorschläge für Entwicklungen an der Integrations-Plattform

Die in den anderen Arbeitspaketen erstellten Softwarebausteine werden über eine TextGrid-spezifische Middleware-Infrastruktur an die übergreifende Grid-Infrastruktur angebunden. Hierzu muss eine Schnittstelle zu den Tools spezifiziert und ebenso implementiert werden wie eine Schnittstelle zu den Diensten des Grid. Dabei ist darauf zu achten, dass die Entwicklungen bei der Integrationsplattform, die allen Community-Projekten zur Verfügung stehen wird, spezifische Anforderungen und Funktionalitäten von TextGrid berücksichtigt.

AP-Leitung: SUB Göttingen (DAASI)

AP4 - Entwicklung der Community Muster-Applikation

TextGrid wird Testmaterialien bereitstellen, an denen die Nutzbarkeit der Grid-fähigen Werkzeuge für die Arbeitsbereiche Textverarbeitung, Text Retrieval, Linking und Publishing in der erforderlichen Komplexität erprobt und in Tests mit Anwendern unterschiedlicher Profile evaluiert werden kann, sodass die Ergebnisse iterativ in den Entwicklungsprozess der Software zurückfließen.

AP-Leitung: Universität Würzburg

AP5 - Semantic Web + TextGrid = Semantic TextGrid

Im Rahmen von TextGrid werden hochstrukturierte Textmaterialien aus verschiedenen digitalen Wörterbüchern des Deutschen und genuin philologische Methoden und Technologien eingesetzt werden, um eine Meta-Lemmaliste zu generieren, die den übergreifenden gemeinsamen Einstieg in die verschiedenen Wörterbuchinformationen ermöglicht. Sie dient darüber hinaus als Basis-Ontologie für die Erschließung geisteswissenschaftlicher Primärquellen.

AP-Leitung: Universität Trier

AP6 - Projektmanagement und Öffentlichkeitsarbeit

In dieses Teilprojekt fällt die formale und administrative Leitung des Gesamtprojektes. Ein weiterer Schwerpunkt besteht darin, national und international über TextGrid und seine Teilergebnisse zu informieren. Besonderer Wert wird dabei auf den Informationsaustausch mit der eigenen Community gelegt.

AP-Leitung: SUB Göttingen

 

Eine ausführlichere Beschreibung des Projektes findet sich auf unserer Homepage: http://www.textgrid.de/index.php?id=ueber_textgrid
In der Pressemappe (http://www.textgrid.de/index.php?id=presse) befinden sich Veröffentlichungen zu D-Grid und TextGrid.

Informationen zu verwandten Projekten

e-Science - Wissenschaftliches Arbeiten im Netz

Das BMBF fördert neben der Grid-Schiene Projekte zu e-Science und vernetztem Wissensmanagement in konkreten Anwendungen mit der Ausrichtung, innovative Ansätze der Zusammenarbeit von Fachdisziplinen und professionellen Informations- und IT-Dienstleistern in Netzwerken wissenschaftlicher Einrichtungen zu unterstützen. Ziel ist die Entwicklung von neuartigen Diensten für die Wissenschaft mit der Perspektive einer Skalierbarkeit und späteren professionellen Verwertung.
Weitere Informationen zu dieser Initiative finden Sie unter:
http://www.dl-forum.de/deutsch/ausschreibungen/47_1894_DEU_HTML.htm

Laufende Verbundprojekte

Weitere Projekte befinden sich zur Zeit in Vorbereitung, Beantragung oder im Bewilligungsstatus.

Öffentlichkeitsarbeit / Präsentationen

Veranstaltungen, auf denen TextGrid vorgestellt wurde:

Veranstaltungen, an denen TextGrid eine Beteiligung plant:

TextGrid-Info

Haben Sie Fragen an das Projektteam? Dann senden Sie bitte eine Email an

Newsletter

Der Newsletter wird von den TextGrid Partnern kooperativ erstellt.
Sie können ihn auf der TextGrid Homepage unter Newsletter (http://www.textgrid.de/index.php?id=newsletter) abonnieren bzw. das Abonnement kündigen. Dort finden Sie auch ein Archiv, in dem alle Newsletter gespeichert werden.