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TextGrid Newsletter 06 [17. September 2009]

 

Begrüßung

TextGrid startet mit neuen Fachcommunities in eine zweite Projektphase bis Mai 2012. In diesem Newsletter möchten wir Sie sowohl über den TextGrid Summit und die Veröffentlichung der TextGridLab Beta informieren, als auch einen Ausblick auf die kommende Projektlaufzeit geben, die am 1. Juni 2009 begonnen hat.

 

Inhaltsverzeichnis




Zweite Projektphase von TextGrid bewilligt

Das Projekt "TextGrid - Vernetzte Forschungsumgebung in den eHumanities" wurde vor kurzem vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) für die Laufzeit vom 1.6.2009 bis zum 31.5.2012 bewilligt. Der erweiterte Forschungsverbund mit 10 Projektpartnern, davon 7 Hochschulen, hat seine Arbeit mit einem Kick-Off-Meeting in Göttingen am 6. Juli aufgenommen. Das Ziel von TextGrid ist es, in der zweiten Projektphase die Virtuelle Forschungsumgebung mitsamt der Grid-Infrastruktur in einen nachhaltigen Betrieb zu überführen und neue Fachcommunities anzusprechen.

Konkret wird das TextGridLab auf der Grundlage der begonnenen Evaluation zu einem komfortablen, intuitiv bedienbaren Einstiegspunkt in die Virtuelle Forschungsumgebung ausgebaut. Die Grid-Infrastruktur und das TextGrid Repository sollen für den Produktivbetrieb skaliert und interoperabel mit anderen Initiativen vernetzt werden.

An der Forschung sind als neue Fachcommunities die Kunstgeschichte, die Klassische Philologie und die Musikwissenschaft beteiligt. Die Tools und Services werden an ihre Bedürfnisse angepasst:

  • Kunstgeschichte: Annotation von Bilddaten
  • Klassische Philologie: Edition von Glossen
  • Musikwissenschaft: Integration von Noten in den XML‐Editor

Außerdem ist vorgesehen, während der Projektlaufzeit eine weitere Fachdisziplin einzubinden und beispielhaft Werkzeuge dieser Disziplin in TextGrid zu integrieren.

Generell liegt der Fokus verstärkt auf dem Aufbau einer Community, an der sowohl Fachwissenschaftler als auch Entwickler aktiv mitwirken, um gemeinsam TextGrid weiterzuentwickeln und bestehende Tools und Services mit TextGrid zu vernetzen. Hierzu werden im Laufe des Projekts zahlreiche Workshops und Schulungen angeboten. Die Möglichkeit zur Interoperabilität und die Beachtung von Standards bleibt ein herausragendes Ziel von TextGrid, gerade angesichts der vielen e-Humanities und e-Research Initiativen, mit denen TextGrid kooperiert und kooperieren wird.

Hier finden Sie die öffentliche Version des Projektantrags.

 




Rückblick TextGrid Summit

TextGrid Summit

TextGrid Summit in Göttingen, 21./22.1.2009

Anlässlich des Projektabschlusses hatte das TextGrid-Konsortium zu einem Summit am 21. und 22. Januar nach Göttingen eingeladen. Rund 130 internationale Wissenschaftler aus verschiedenen Wissenschaftsbereichen folgten dieser Einladung und diskutierten über die vom Projektkonsortium entwickelte Virtuelle Forschungsumgebung und Perspektiven für die Nachhaltigkeit der entwickelten Infrastruktur.

Tobias Blanke (King's College London) und Susan Schreibman (Digital Humanities Observatory, Dublin) berichteten über ihre Erfahrungen beim Infrastruktur-Aufbau für die e-Humanities in Großbritannien und Irland und zeigten mögliche Anknüpfungspunkte an die TextGrid-Infrastruktur auf.

Die Live-Demonstration der TextGridLab-Software, dem Einstiegspunkt in die Virtuelle Forschungsumgebung (siehe unten) mit verschiedenen Werkzeugen für Editionswissenschaftler - ist bei der Zuhörerschaft auf außerordentliches Interesse gestoßen. Die darauf folgende Diskussion drehte sich unter anderem um die Integration von Funktionalitäten für spezifische Forschungsfragen, für die TextGrid aufgrund der verwendeten offenen Standards gut vorbereitet ist.

Präsentiert wurden außerdem Anwendungsbeispiele aus den Bereichen der Musikwissenschaften (Daniel Röwenstrunk, Edirom) und der Psycholinguistik (Peter Wittenburg, MPI for Psycholinguistics).

Während des Entwickler-Workshops am 22. Januar konnten 20 Informatiker die Architektur und das TextGrid zugrunde liegende Konzept näher kennen lernen. In einer Hands-on Session wurde ein eigenes Plugin entwickelt.

Downloads

  • Die Präsentationen stehen online als PDF bereit (verlinkt in der Agenda). Einige Präsentationen stehen dank des D-Grid Projekts SuGI auch als Videoaufzeichnung zur Verfügung.
  • Außerdem wurde ein neues Demo-Video des TextGridLab für den Summit vorbereitet.

 

Abschlussbericht

Die Förderung von TextGrid endete zum 31.5.2009; ein direkt anschließendes, neues Forschungsprojekt mit Beginn zum 1.6.2009 und einer Laufzeit von drei Jahren wurde vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) bewilligt. Ein ausführlicher Abschlussbericht wird zur Zeit erstellt und in Kürze veröffentlicht.




TextGridLab Beta Release

Anlässlich des TextGrid Summit wurde erstmals das TextGridLab in einer Beta-Version zum Download bereit gestellt. Laden Sie sich TextGrid-Lab auf Ihren Rechner. Die Installation ist ganz einfach!

In diesem Build der Beta-Version stehen Ihnen folgende Werkzeuge zur Verfügung:

  • XML-Editor: erlaubt das Bearbeiten von XML-Dateien lokal oder im Grid
  • Grafischer Link-Editor (Text ↔ Bild): unterstützt den XML-Editor bei der Alignierung von Text und Bildelementen. Ziel ist die Erstellung einer Ausgabedatei, die die Textelemente und die topographische Beschreibung enthält. Dies ist eine erste Version, somit sind noch nicht alle Features voll einsatzfähig
  • Workflow-Editor: definiert (orchestriert) die Automatisierung von Arbeitsabläufen (Workflows)
  • Recherchetool: Recherche und Retrieval von Struktur- und Metadaten, eine semantische Suche ist ebenfalls möglich
  • Wörterbuch-Recherchetool: bindet das Trierer Wörterbuchnetz im TextGridLab ein
  • Nutzer- und Projektverwaltung: Datei- und Rechtemanagement, ermöglicht die Erstellung neuer Projekte durch einen Projektleiter und die Zuordnung von weiteren Benutzern (in bestimmten Rollen) zu einem Projekt, sowie Abfrage und Setzen von Rechten an TextGrid-Objekten
  • Projektbrowser / Navigator: ermöglicht den einfachen Zugriff auf alle Projektmaterialien eines Benutzers
  • Metadaten-Editor: dient als generisches Werkzeug dazu, strukturierte Daten über eine definierbare Maske zu erfassen und an einer frei bestimmbaren Position in einer Datei einzufügen / abzuspeichern
  • Lemmatisierer: analysiert einzelne Wortformen und liefert als Ausgabe das zugehörige Lemma, die zugehörige Wortart und weitere morphologische Merkmale

Weitere Werkzeuge werden nach und nach bereitgestellt. Der Schwerpunkt der Entwicklung lag bislang auf der Funktionalität. Zurzeit wird eine Evaluation der Benutzeroberfläche durchgeführt. Auf dieser Grundlage kann das TextGridLab zu einem komfortablen Einstiegspunkt in die Virtuelle Arbeitsumgebung weiter ausgebaut werden. Ausführliche Informationen finden Sie auf der Download-Seite.

Das aktuelle Release (Revision 4128) vom 28. August 2009 umfasst neben kleineren Verbesserungen unter anderem ein Update auf Eclipse 3.5. In den nächsten Monaten sind regelmäßige Releases im Abstand von zirka acht Wochen geplant, so dass Sie neu hinzukommende oder verbesserte Tools sofort nutzen kommen.

Bitte testen Sie die Beta-Version ausgiebig und melden Sie uns Fehler bzw. schlagen Sie Verbesserungen vor: Feedback-Formular.

Für einen schnellen ersten Eindruck können Sie auch einen Blick auf unsere Video Demo vom 21.1.2009 werfen. Dieser Film demonstriert die Features des TextGridLab in einer Echtzeitpräsentation, die anlässlich des TextGrid Summit entstanden ist.




Kooperationen

 

TextGrid und TUSTEP

TUSTEP (TUebinger System von TExtverarbeitungs-Programmen), ein Werkzeug zur wissenschaftlichen Bearbeitung von Textdaten, steht seit April 2009 mit seinen vielseitigen Funktionalitäten, wie Vergleichs-, Sortier- und Registeroperationen auch im Rahmen von TextGrid zur Verfügung. Das System ist im Zentrum für Datenverarbeitung der Universität Tübingen (ZDV) entstanden und seit mehr als 30 Jahren im Einsatz.

Der TextGrid-Partner DAASI International hat im Auftrag von Prof. Dr. Dietmar Kaletta (ZDV) einen Web-Service-Wrapper programmiert, über den zertifizierte TUSTEP-Makros aufgerufen werden können. Dieser Dienst wird über einen Server des ZDV bereitgestellt. Somit können TextGrid-Benutzer TUSTEP-Makros in ihre Workflows integrieren.

Thomas Kollatz vom Steinheim-Institut in Duisburg hat das erste Makro, das verschiedene Index-Arten aus einem Text berechnen kann, zur Verfügung gestellt. Weitere Makros werden folgen.

Workflow in TextGrid

Die Workflow Engine GWES (Grid Workflow Execution Service) von Fraunhofer FIRST ist seit Anfang 2009 in einer Testphase in die TextGrid-Architektur integriert. Chefentwickler Andreas Hoheisel hat in Kooperation mit TextGrid-Mitarbeitern die Engine erweitert, damit sie zu den in TextGrid existierenden Diensten kompatibel ist.

Der GWES wird vom TextGridLab aus bedient: hier können Workflows im eigens konzipierten TextGrid-WorkFlow-Format definiert, abgeschickt, überwacht und ausgewertet werden. Die Integration des GWES befindet sich im Beta-Status; weitere, vor allem graphische Eingabemöglichkeiten werden folgen. Der GWES wird derzeit neben TextGrid in den D-Grid-Community-Projekten MediGRID, Services@MediGRID, PneumoGRID und BauVOGrid für die Beschleunigung und Vereinfachung von verteilten Anwendungen eingesetzt.

 

Informationen für Kooperationspartner

TextGrid ist darüber hinaus in Gesprächen mit anderen Forschungsprojekten und ist stetig bemüht, an bestehende Entwicklungen anzuknüpfen. Welche Möglichkeiten die TextGrid-Infrastruktur für Kooperationspartner bietet, ist in einem Papier mit Kooperationsszenarien beschrieben. Gerne erarbeiten wir gemeinsam individuelle Formen der Zusammenarbeit.




Veranstaltungsberichte

 




Aktuelle Veröffentlichungen

TextGrid Dokumente:

Abschlussarbeiten:

TextGrid Veröffentlichungen:




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