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Göttinger Grid-Projekte präsentieren sich in der Paulinerkirche

Rückblick auf das erste Göttinger Symposium zu e-Science und Grid

Am 23. November 2006, fand das erste Symposium zu Göttinger Grid-Aktivitäten statt. Etwa 100 Teilnehmer, vorwiegend aus dem Umfeld von Wissenschaft und Forschung informierten sich in der Paulinerkirche über zukunftsweisende Technologien und deren Einfluss auf den Arbeitsalltag. Auch Gäste vom Bundesministerium für Bildung und Forschung konnte der Direktor der Niedersächsischen Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen, Dr. Norbert Lossau, begrüßen. 

Im Anschluss führte Prof. Dr. Wolfgang Gentzsch, Koordinator der D-Grid-Initiative, die Zuhörer auf anschauliche Weise in das Thema „Grid und e-Science“ ein. [Link für Dateidownload folgtzur Präsentation]

Darin wies er auf die historischen Wurzeln des Grid in Europa hin, das seine Ursprünge Mitte der neunziger Jahre in den Kernforschungen der externer Link in neuem Fenster folgtCERN hat. CERN ist die europäische Organisation für die Kernforschung, das größte Teilchen-Physik-Labor der Welt. Hierher kommen Physiker, um zu erforschen, woraus Materie besteht und durch welche Kräfte sie zusammengehalten wird. Bei den Versuchen fallen durchschnittlich etwa 15 Petabyte (15 Millionen Gigabyte)  an auszuwertenden Daten im Jahr an. Damit diese Daten nicht nur verarbeitet und ausgewertet, sondern auch Wissenschaftlern auf der ganzen Welt zur Verfügung gestellt werden können, benötigt man eine geeignete Infrastruktur, die entsprechende Werkzeuge und Leistungsvermögen aufweist. Dies ist eine Aufgabe, die eine Grid-Infrastruktur erfüllt. Eine ganz Reihe von Vorteilen lässt sich bereits jetzt auch im Hinblick auf den Nutzen für Wirtschaft und Industrie sowie den privaten Bereich voraussehen: verbesserte Ressourcen Auslastung, flexible Anpassung von Ressourcen an dynamische Business-Prozesse, einfacher Zugriff, Zusammenarbeit in virtuellen Organisationen und vieles mehr. Ziel sei der gleichberechtigte Zugriff auf alle Ressourcen für alle Menschen gleichermaßen. Die vollständige Präsentation von Prof. Dr. Wolfgang Gentzsch finden Sie Link für Dateidownload folgthier.

Im Anschluss an den Einführungsvortrag präsentierte Dr. Ulrich Schwardmann von der Gesellschaft für Wissenschaftliche Datenverarbeitung die Ergebnisse des Projektabschlusses des durch das BMBF geförderten Projekts Instantgrid. Die Mitarbeiter des an der GWDG beheimateten Projektes bauten im Konferenzraum eine Testumgebung für ihr Demonstrationstoolkit auf, anhand derer jeder Interessent das Grid-Computing unter Anleitung selbst ausprobieren konnte. Den Beitrag von Dr. Ulrich Schwardmann finden Sie Link für Dateidownload folgthier.

Wie wichtig der reglementierte Zugriff auf sensible Daten ist, machte Prof. Dr. Ulrich Sax, aus der Abteilung Medizinische Informatik der Universität Göttingen, deutlich. Daneben sieht er ein enormes Potential, die das Grid der Arbeit eines Mediziners bieten könne. So sei es mit Hilfe der enormen Rechenleistungen und der neuen bildgebenden Verfahren beispielsweise möglich, komplizierte chirurgische Eingriffe, wie etwa an Gefäßen im Gehirn vorzubereiten, zu planen und sogar zu üben. Weitere Anwendungsbereiche seien die Genomanalyse oder etwa die Auswertung klinischer Studien sowie die Zusammenarbeit verschiedener Forschungseinrichtungen auf medizinischem Gebiet, um nur einige wenige zu nennen. Die vollständige Präsentation von Prof. Dr. Ulrich Sax finden Sie Link für Dateidownload folgthier.

Nach einer kurzen Pause berichtete die Organisatorin der Veranstaltung, Dr. Heike Neuroth, Abteilung Forschung und Entwicklung der Niedersächsischen Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen über das bundesweit einzige geisteswissenschaftliche Grid-Projekt in Göttingen. Aufgabe von TextGrid sei die Entwicklung einer generischen Plattform für die philologische Textverarbeitung. Basierend auf offenen Standards sollen die einzelnen Werkzeuge unter einer virtuellen Benutzerschnittstelle integrierbar sein.

Bisher sei kollaboratives Arbeiten in textwissenschaftlichen Breichen erschwert durch uneinheitliche, voneinander isolierte Zugänge zu Korpora, durch projektbezogene bzw. domainspezifische Applikationen und Tools (Silo-Architektur, Insellösungen) sowie der fehlenden Verknüpfung mit Erschließungsmaterialien (z.B. digitale Archive).

 

Die virtuelle Forschungsbibliothek dagegen soll eine gridfähige Workbench für die philologische Erfassung und Bearbeitung, Analyse, Annotation, Edition und Publikation von Texten umfassen. Die vollständige Präsentation von Frau Dr. Neuroth finden Sie Link für Dateidownload folgthier.

Den abschließenden Vortrag hielt Tobias Blanke vom Arts and Humanities e-Science Support Centre in London. Anhand einiger aktueller Beispiele veranschaulichte Herr Blanke dem Publikum die Entwicklung von e-Science und Grid-Computing im geisteswissenschaftlichen Bereich in Großbritannien bisher und in naher Zukunft. Die vollständige Präsentation von Tobias Blanke finden Sie Link für Dateidownload folgthier.

Die Veranstaltung wurde mit einer Diskussion abgeschlossen, in der Fragen zu Funktion, Kosten und Nutzerakzeptanz behandelt wurden.

Wir danken allen Beteiligten für diese gelungene Veranstaltung.