E-Humanities-Workshop: Konzeptentwicklung und Erfahrungsaustausch - Netzinfrastrukturen versprechen vielfältige Anwendungspotentiale, Göttingen am 06.06.2008
Im Rahmen des DFG-Projekts „E-Humanities“ der Niedersächsischen Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen (SUB) zur „Konzeptionellen Entwicklung einer Forschungsinfrastruktur für die e-Humanities in Deutschland“ lud die Georg-August-Universität Göttingen zu einem eintägigen, nationalen Experten-Workshop (6. Juni 2008) in die Niedersächsische Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen ein, um Handlungsempfehlungen für den Aufbau einer virtuellen Arbeitsumgebung für kollaboratives und vernetztes Forschen zu diskutieren. Ziel war es, mit nationalen und internationalen Experten spezifische Fragestellungen zu klären, die im Zusammenhang mit dem beginnenden Paradigmenwechsel in der geisteswissenschaftlichen Forschungslandschaft bei der strategischen Planung einer e-Humanities-Infrastruktur von Bedeutung sind. Im Vordergrund standen der Erfahrungsaustausch mit Experten aus anderen Ländern und die Kontaktaufnahme zu Fachwissenschaftlern.
Die Entwicklung einer e-Humanities Infrastruktur in Deutschland befindet sich in der Orientierungsphase, trotz vereinzelter Kollaborationen ist das Potential von Grid bzw. eScience Technologien und Infrastrukturen in den Geisteswissenschaften nicht ausgeschöpft. Zwar sind die eScience-Entwicklungsstufen fachspezifisch unterschiedlich weit ausgeprägt, eine übergreifende Infrastruktur, die diese Kompetenzen bündelt, existiert für die Geisteswissenschaften jedoch nicht. Das Projekt fokussiert deshalb mittels Roadmapping eine übergreifende Organisationsstruktur zu skizzieren, die Schnittstellenaufgaben definiert, Rollen und Verantwortlichkeiten empfiehlt sowie relevante Projektpartner recherchiert. Der Rahmen für die Erarbeitung der Roadmap bilden fünf Arbeitspakete, wobei eine Studie über aktuelle nationale und internationale e-Humanities Initiativen und Zentren den Ausgangspunkt bildet, um im Dialogprozess mit Experten in konkrete Entwicklungsprozess-Schritte übersetzt zu werden. Auf Basis des nationalen Experten-Workshops entsteht im nächsten Schritt ein erstes Konzept, das auf einer internationalen Konferenz, am 22.01.2009, einem breiten Fachpublikum zur Diskussion gestellt werden soll. Die Ergebnisse der einzelnen Arbeitspakete werden dann in einer Roadmap finalisiert.
Weitere Informationen zum DFG-Projekt "E-Humanities".
Workshop-Programm
Der Experten-Workshop orientierte sich konzeptionell an der Frage, welche allgemeinen Handlungsfelder bzw. Handlungsoptionen, die über einzelne Initiativen hinausgehen, sich in konkrete Maßnahmen zur Operationalisierung einer e-Humanities Forschungsinfrastruktur priorisieren lassen. Der Workshop stand unter dem Motto:
- Was können wir beim Aufbau einer e-Humanities Infrastruktur in Deutschland von anderen Ländern lernen?
- Was wollen wir für Deutschland?
- Welche Schritte auf dem Weg dorthin können identifiziert werden?
- Welche Komponenten gehören zu einer e-Infrastruktur?
Grundlage der Diskussion bildeten die Ergebnisse einer State-of-the Art Analyse, in der 39 relevante e-Humanities Initiativen (Daten- und Kompetenzzentren, Fachcommunities sowie übergreifende Infrastrukturprogramme) analysiert wurden. Ein auffälliges Ergebnis der State-of-the Art Analyse ist, dass insgesamt die nationale und internationale e-Humanities-Landschaft ein ausgesprochen vielfältiges Bild zeigt, das das große Interesse und Engagement am Thema eScience für die Geisteswissenschaften in der Summe der vielen Einzelaktivitäten widerspiegelt.
Der Workshop bildete eine Plattform um, drei Kernfragen zu fokussieren:
- Wie funktionieren e-Humanities Infrastrukturlösungen – wie sind sie aufzubauen?
- Was bieten e-Humanities Infrastrukturlösungen – wie sind sie zu konzeptionieren?
- Welche Bedeutung haben e-Humanities Infrastrukturlösungen für Geisteswissenschaftler – wie lauten die Anforderungen?
Rund 40 Teilnehmer, darunter Vertreter der DFG, aus dem BMBF, der Volkswagenstiftung, dem Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur, nationalen Fachexperten des Max-Planck-Instituts, Experten des TextGrid-Projekts und weiterer renommierter deutscher e-Humanities Projekte sowie Vertreter aus den USA, UK, Irland, den Niederlanden und Italien nahmen am Workshop teil. Im ersten Block des Workshops führten nationale Referenten aus dem Bereich der Bibliothek, von Förderinstitutionen sowie Vertreter erfolgreicher e-Humanities Initiativen (CeRch, DOBES, CLARIN) mit Fachvorträgen über den Stand und die Perspektiven der e-Humanities Entwicklungen ein. Im zweiten Block des Workshops wurden in drei moderierten Arbeitsgruppen die Fokusthemen „Finanzierungskonzepte und Organisationsformen“, „Daten, Dienste, Services“ und „Zielgruppe – Die Geisteswissenschaften“ tiefer diskutiert.
Workshopprogramm zum Download
09:00 Begrüßung
Norbert Lossau, Direktor SUB Göttingen
Einführung in das DFG-Projekt “E-Humanities”; Heike Neuroth, SUB Göttingen
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09:30 Fachvorträge
E-Humanities in Deutschland: Perspektiven und Status; Max Vögler, DFG
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E-Humanities - Stand und Perspektiven aus Sicht des BMBF; Helge Kahler, Hans Nerlich BMBF
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Recent Developments in eHumanities in the UK: Infrastructure, Projects and Legacies; Torsten Reimer, CeRch, UK
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From DOBES to CLARIN and beyond; A. Horstmann/Volkswagenstiftung, P. Wittenburg/MPI Psycholinguistics, NL, E. Hinrichs/Universität Tübingen
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11:15 Einführung in die Arbeitsgruppen
Katja Meffert, SUB
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11:30 Arbeitsgruppen 1-3
1: Finanzierungskonzepte und Organisationsformen, Moderation Max Vögler, DFG
Fragenkatalog und Briefing
2: Daten, Dienste, Services, Moderation Peter Wittenburg, MPI
Fragenkatalog und Briefing
3: Zielgruppe. Die Geisteswissenschaften, Moderation Laurent Romary, MPDL
Fragenkatalog und Briefing
13:00 Mittagessen
14:00 Präsentation und Diskussion der Ergebnisse der Arbeitsgruppen
Arbeitsgruppe 1 (Finanzierung/Organisation)
Ergebnis-Paper
Arbeitsgruppe 2 (Daten/Services)
Ergebnis-Bericht
Arbeitsgruppe 3 (Geisteswissenschaften/Anforderungen)
Ergebnis-Präsentation
15:00 Schlussworte
Norbert Lossau, Heike Neuroth, SUB Göttingen
15:30 Ende der Veranstaltung
Zusammenfassende Dokumentation
Zusätzlich steht Ihnen hiermit ein zusammenfassendes Protokoll (
Download) zur Verfügung. Es beinhaltet einen Workshopbericht, die nächsten Schritte sowie die Meilensteinplanung, Kurzprotokolle der Vorträge und Ergebnisprotokolle der Arbeitsgruppen.
Organisatorisches
Veranstaltungsort
Niedersächsische Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen
Neubau der Staats- und Universitätsbibliothek
Platz der Göttinger Sieben 1
37073 Göttingen
Deutschland
Kontakt
Katja Meffert (Abt. Forschung & Entwicklung)
Niedersächsische Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen (SUB)
Papendiek 14
37073 Göttingen
Deutschland
E-Mail: meffert(at)sub.uni-goettingen.de
http://www.sub.uni-goettingen.de/
http://rdd.sub.uni-goettingen.de/